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Die Geschichte der Rohrpost

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Geschichte der Rohrpost

 

In Zeiten der Digitalisierung ist es kaum vorstellbar, wie Briefe vor mehr als 150 Jahren transportiert wurden. Mittels der Rohrpost war es schon damals möglich, kleinere Gegenstände, Telegramme und Postsendungen in kleinen, zylindrischen Behältern mit Druckluft durch Röhren von A nach B transportieren zu können.

Bereits im Jahre 1953 ging in London die erste Rohrpost Anlage in Betrieb, in Deutschland hatte das System vor allem in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Hochkonjunktur. So konnten in Großstädten ganz unkompliziert wichtige Dokumente hin und her geschickt werden.

Von Bedeutung war die Rohrpost besonders für die Zustellung von eiligen Nachrichten: Da sogar schon Mitte des 19. Jahrhunderts die Straßen in den Metropolen voll waren, kamen Postboten oft nur mühsam voran und wichtige Informationen, wie zum Beispiel für Börsenmakler, wurden viel zu spät geliefert.

Im Einsatz für Regierungen und Geheimdienste

Im Laufe der Zeit wurden unter höchster Geheimhaltung Parallelnetze im Untergrund gebaut. Das wohl bekannteste ist die „Secret Tube“ in London, welche Mitte der 30er Jahre eine stattliche Länge von etwa 100 km hatte. Über diese Rohrpost wurden unter anderem hochsensible Regierungsdokumente befördert. Damit niemand Unbefugtes ein Dokument entwenden konnte, wurde eine spezielle Laufzeitkontrolle eingebaut, das heißt, wenn die Nachricht nicht innerhalb einer festgelegten Zeit an ihrem Bestimmungsort angekommen ist, wurde ein Alarm ausgelöst. Geheimdienste setzten vor allem auf das System, da es abhörsicher ist.

Die Rohrpost im 21. Jahrhundert

Auch wenn manch einer das System für veraltet hält, so hat die Rohrpost auch heute noch wichtige Aufgaben. Vor allem in Krankenhäusern wird sie zum schnellen Transport von Röntgenbildern, Blut-, Urin- und Gewebeproben eingesetzt. Ein Beispiel hierfür ist die Medizinische Hochschule Hannover mit einem 50 km langen Versorgungsnetz, die wohl größte Rohrpostanlage Europas. Diese Art des Transportweges für wichtige Unterlagen ist im medizinischen Bereich nicht mehr wegzudenken. Als Beispiel: In Hannover würde ein Transport zu Fuß etwa 10 Minuten länger dauern und gerade bei schwerwiegenden Befunden zählt jede Minute. Auch das Heidelberger Universitätsklinikum oder die Berliner Charité setzen im Alltag auf die Rohrpost.

Rohrpost in vielen Branchen vertreten

Die Rohrpost wird in Behörden wie dem Kanzleramt für das Verschicken von Akten benutzt. Auch Kaufhäuser, Tankstellen und Supermärkte setzen das System gerne ein, um ohne den Risikofaktor Mensch Bargeld aus der Kasse direkt in Tresorraum transportieren zu können. In großen Betrieben, welche oftmals aus mehreren Gebäuden bestehen, hilft sie beim schnellen Warenaustausch.

In Stahlwerken, Chemiewerken und Lebensmittelindustrien findet die Rohrpost ebenfalls seine Anwendung. Eine schnelle Untersuchung der Proben stellt kein Problem mehr dar. Ob hoch temperierte Materialien, flüssig oder fest, die Probe erreicht sein Ziel, kosteneffizient und ohne Verlust.

Dank der einfachen Bedienbarkeit sowie dem geringen logistischen und personellen Aufwand ist die Rohrpost auch im 21. Jahrhundert noch ein gern genutztes Transportmittel.

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